Walfang-Tagung geht ergebnislos zu Ende

30.06.2009 - Quelle/Text: pressetext.at

Ergebnislos ist am vergangenen Donnerstag die einwöchige Jahrestagung der internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira zu Ende gegangen. "Es wurde viel geredet und nichts getan" - so das Resümee von Antje Helms, Meeresexpertin bei Greenpeace und Teilnehmerin der österreichischen Delegation an der Konferenz.

Bereits im Voraus habe man sich darauf geeinigt, kontroversielle Themen auszusparen, zudem seien die Beschlüsse schon vor Beginn des Treffens festgestanden. "Das geht letztlich zulasten des Walschutzes", so die Biologin. Der einzige inhaltliche Beschluss sei gewesen, künftig in kleineren Arbeitsgruppen über die Zukunft der Kommission weiter zu diskutieren zu wollen.

Japan betreibt aktive Lobbyarbeit

Der ausbleibenden Verhandlungserfolg spiegelt die verfahrene Situation wieder, in der sich die Kommission schon seit längerem befindet. Weder Verfechter noch Gegner des Walfangs kommen alleine auf die Dreiviertelmehrheit, die für Beschlüsse nötig ist.

Dass die Befürworter eine so gewichtige Stimme besitzen, obwohl nur drei Staaten - Japan, Island und Norwegen - noch aktiven Walfang betreiben, ist auf die Lobbyarbeit Japans zurückzuführen. "Japan hat sich durch Zahlungen die Stimme kleinerer Staaten zugesichert, vor allem von Pazifik- und Karibikinseln, die selbst nur eine jährliche Fangquote von zwei bis drei Wale besitzen", so Helms

Keine große Änderung bei USA

Der Wechsel an der Regierungsspitze der USA habe im Walfang bisher wenig geändert. "Präsident Obama hat zwar einen strikteren Kurs in Richtung Walschutz angekündigt, die Mitglieder der US-Delegation stammen jedoch noch aus der alten Bush-Regierung. Immerhin hat die anwesende Vertreterin der Obama-Regierung zum ersten Mal öffentlich die strikte Haltung der USA gegen tödlichen wissenschaftlichen Walfang klargestellt", berichtet Helms.

Jeder zweite Wal ging Japanern ins Netz - ein Drittel Weibchen

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Als "besorgniserregend" sieht die Greenpeace-Expertin, dass ein Drittel der erlegten Wale trächtige Weibchen waren, womit sich die Zahl der Tötungen um deren Föten erhöhe. Weiters seien vier erlegte Wale säugende Muttertiere gewesen, für deren alleine gelassene Jungen dies ebenfalls ein Todesurteil bedeutet habe.

Die kommerzielle Waljagd ist seit 1986 verboten. "Die Walfängerstaaten sind jedoch daran interessiert, dieses Verbot wieder aufzuheben. Zeitgemäß ist das keinesfalls, da es für Walfleisch keinen Markt mehr gibt", so Helms. In Japans Verhalten sieht Helms "weiterhin eindeutig kommerzielles" Vorgehen. "Offiziell gibt der Inselstaat an, zu wissenschaftlichen Zwecken zu jagen, um die Ernährung der Wale näher zu untersuchen."

Dringende Maßnahmen gegen Klimawandel gefordert

Als "Lichtblick der Tagung" bezeichnet Helms die Resolution, in der die IWC die Regierungen zu dringenden Maßnahmen gegen den Klimawandel auffordert. Es sei eine Überraschung, dass die IWC - als eine der ältesten und zugleich am meisten in die Jahre gekommenen internationalen Konventionen - diese aktuelle Problematik aufgegriffen und darin eine Übereinkunft gefunden habe.

Grund der damit ausgedrückten Besorgnis ist die Erkenntnis der IWC, dass der Klimawandel das Überleben mehrerer Wal- und Delfinarten in Frage stellt. "Besonders Vaquita-Kleinwale, Flussdelfine und arktische Wale wie etwa Narwal oder Beluga haben sehr begrenzte Verbreitungsgebiete, die durch die globale Erwärmung bedroht werden", so die Biologin.

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