1. Internationaler Polartag am 21. September 2007

20.09.2007 - Quelle/Text: Informationsdienst Wissenschaft online

Im Rahmen des laufenden Internationalen Polarjahres 2007 findet heuer erstmals der Internationale Polartag statt. Dabei steht die Entwicklung des Meereises im Mittelpunkt und soll unsere Aufmerksamkeit auf die Folgen der Veränderungen im Polargebiet richten.

Das Meereis - ein einzigartiger Lebensraum

Meereiskarte
Meereiskarte Arktis 18.Sept.2007

Meereis ist eine dünne Eisschicht, die große Teile der Arktis bedeckt und auch den antarktischen Kontinent umgibt. Es ist ein einzigartiger, faszinierender Lebensraum.

Im Winter dehnt sich das Eis aus, im Sommer zieht es sich zurück - in den letzten Jahren immer stärker. Gut für die Schiffahrt, aber was bedeutet dies für die Organismen, die dort leben? Und für unser Klima? Über 30 internationale Forschungsprojekte befassen sich im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/08 mit dem Thema Meereis.

Informationen zu Forschungsprojekten, aktuellen Expeditionen und deren wichtigsten Ergebnissen gibt es auf der Website des Internationalen Polarjahres.

Neueste Eisbeobachtungen aus der Arktis im Internet

Der 21. September 2007 ist zum ersten internationalen Polartag erklärt worden. Er findet im Rahmen des laufenden internationalen Polarjahres statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung des Meereises - und das ist nur allzu berechtigt.

Denn die Nachrichten sind dramatisch: Die seit Jahren rückläufige Eisausdehnung in der Arktis hat in diesem Jahr ein neues historisches Minimum erreicht. Eine der Konsequenzen ist, dass die Nordwestpassage, der Seeweg vom Atlantik in den Pazifik durch das kanadische Inselarchipel, seit Mitte August eisfrei ist und von Handelsschiffen befahren werden kann.

Bislang kam das im Sommer höchstens für einen oder wenige Tage vor, jedoch noch nie über einen so langen Zeitraum wie in diesem Jahr.

Service für Interessierte vom Bremer Institut für Umweltphysik

Das Institut für Umweltphysik (IUP) der Universität Bremen beschäftigt sich seit langem mit der Beobachtung der Atmosphäre und des Meereises in beiden Polargebieten. In der Abteilung Erdfernerkundung unter der Leitung von Professor Justus Notholt werden in der Arbeitsgruppe von Dr. Georg Heygster seit 2003 täglich aktuelle Meereiskarten erstellt.

Jeder Interessierte kann diese im Internet ansehen und die Entwicklung aktuell verfolgen. Zusätzlich ist das komplette Archiv online, so dass jeder die historischen Karten seit 2003 verfolgen kann. Grundlage der Karten sind Messungen des japanischen Mikrowellensensors AMSR-E auf dem NASA-Satelliten AQUA.

Die Karten werden von einer weltweiten Nutzergemeinschaft geschätzt. Darunter sind Forschungsinstitute, und Wetter- und Eisdienste und Reedereien. Die Karten des IUP sind seit kurzem Bestandteil des ESA-Projekts 'Polar View', einem integrierten Dienst zur Überwachung und Vorhersage in den Polargebieten auf der Grundlagen von Erdbeobachtungsdaten von Satelliten.

'Polar View' unterstützt Entscheidungsfindung und Planung, etwa zur Navigation, und zur Anpassung an den Klimawandel, der in der Arktis besonders ausgeprägt ist.

Zusätzlich zu den globalen Karten von Arktis und Antarktis unterstützt das IUP mit zahlreichen Spezialkarten verschiedenen Expeditionen. So gibt es zum Beispiel täglich eine Karte, die um die aktuelle Position des Forschungsschiffes Polarstern des AWI zentriert ist, zur Zeit bei 84°N, also etwa 700 km vom Nordpol entfernt.

Kommentieren Sie diesen Eintrag!
HTML und sonstiger Code wird automatisch gelöscht - desweiteren wird der Text nach 4000 Zeichen abgeschnitten. Einfache Zeilenumbrüche werden dargestellt!
Um Beiträge zu schreiben, bitte hier anmelden!

© Umweltschutz-NEWS.de - Eine Seite des UmweltschutzWeb.de-Netzwerks

startseite