Studie: LKW verursachen EU-weit Kosten in Höhe von 144 Milliarden Euro

29.01.2009 - Quelle/Text: Rat für Nachhaltige Entwicklung

Das Transportaufkommen auf der Straße wächst – und mit ihm der Ausstoß von Klimagasen. Zwar macht der LKW-Verkehr derzeit in Europa nur sieben Prozent des Straßenverkehrs aus, er ist aber bereits für 23 Prozent der mobilitätsbedingten CO2-Emissionen verantwortlich. Bis zum Jahr 2030 könnte sich dieser Anteil mehr als verdoppeln.

ERhoehung um 54 Prozent bis 2030 moeglich

LKW auf einer Landstraße
Der Auto- und LKW-Verkehr wird größtenteils für die Feinstaubproblematik verantwortlich gemacht - Untersuchungen zeigen, dass der Ruß jenseits der Städte aber keine große Rolle spielt.

Das geht aus einer Mitte Januar veröffentlichten Untersuchung des niederländischen Umweltinstituts CE Delft hervor, die die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) beauftragt hatte. Demnach sind die CO2-Emissionen durch den straßengebundenen Schwerlastverkehr seit 1995 um durchschnittlich zwei Prozent im Jahr gestiegen.

Bei gleichbleibendem Trend können laut Studie sowohl die Emissionen als auch der Treibstoffverbrauch bis zum Jahr 2030 um 54 Prozent nach oben schnellen, wenn Effizienzprogramme der Union im Verkehrsbereich nicht auch auf Lkw erweitert werden.

LKWs fuer 20 Prozent der Staus verantwortlich

Die Autoren fanden zudem heraus, dass der LKW-Verkehr schon für 20 Prozent der Staus auf europäischen Straßen verantwortlich ist, obwohl LKW lediglich drei Prozent aller Fahrzeuge ausmachen.

Zugleich leidet die Sicherheit auf den Straßen unter dem zunehmenden Schwerlastverkehr: 2006 wurden laut Studie europaweit 6.500 Menschen durch Unfälle mit LKW getötet, doppelt so viel wie durch PKW-Unfälle. Hinzu kämen jährlich rund 21.000 tödliche Herzinfarkte und 110.000 Fälle von Herzerkrankungen, die auf das Konto von Lärmbelastungen gingen.

VCD: LKW-Maut anheben um Kosten fair zu verteilen

Michael Gehrmann, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), kritisierte diese Kostenverteilung angesichts von Klimawandel und Staatsverschuldung als „unverantwortlich“. Um die Allgemeinheit zu entlasten, müsse sich die Bundesregierung in der EU dafür einsetzen, dass diese externen Kosten in die Mauthöhe eingerechnet werden. Die derzeit geltende Lkw-Maut von durchschnittlich 16,3 Cent decke noch nicht einmal die vom Lkw-Verkehr verursachten Infrastrukturkosten ab. Allein dafür wäre eine Mauthöhe von 17 Cent notwendig.

Der VCD forderte, die Maut schrittweise auf 45 Cent pro Kilometer anzuheben und sie für alle Lkw ab 3,5 Tonnen verpflichtend zu machen. Derzeit müssen lediglich LKW ab 12 Tonnen Gesamtgewicht die Gebühr zahlen. Der VCD will die Mautpflicht zudem auf das gesamte Straßennetz ausgedehnt sehen. Durch die Ausweitung könnten unsinnige Transporte vermieden und Gütertransporte auf die Schiene verlagert werden, schreibt der Verband.

Studie von CE Delft in Auftrag von Transport & Environment, Januar 2009:
Are trucks taking their toll? The environmental, safety and congestion impacts of lorries in the EU.
Pressemitteilung Transport & Environment, 12.01.2009. :
Study reveals truth about trucks.
Pressemitteilung des Verkehrsclubs Deutschland e.V., 14.01.2009:
VCD: Maut erhöhen, Verkehr auf die Schiene verlagern.
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