Nano-Vision versus Nano-Wirklichkeit

13.12.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Hoffnungsvolle Zukunftsszenarien und konkrete Bedenken formulierten Gesprächsteilnehmer einer Podiumsdiskussion in der Wiener Urania. Von einer neuen Genesis, kleinste Teilchen gestalten und manipulieren zu können, aber auch von unbekannten Risiken von rund 600 Nano-Produkten am amerikanischen Markt wurde berichtet.

Nachlese zur Podiumsdiskussion Nanotechnologie im Risiko:dialog

Nano
Nanotechnologie darf erst kontrollierbar, erforscht und gekennzeichnet in unsere Umwelt eingebracht werden

Deutsches Museum, Österreichisches Ökologieinstitut, Verein Deutscher Ingenieure, Stiftung Risiko-Dialog Schweiz und Kovar & Köppls Public Affairs Consulting hatten MitarbeiterInnen zur Veranstaltung in die Wiener Urania entsandt.

Den Utopien zur Nanotechnologie - etwa künstliche Nanoschwärme, die sich verselbständigen und die Menschen bedrohen -, mit denen der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang Heckl, die Diskussion einleitete stand der Wunsch nach sachlicher Information und Transparenz entgegen.

Im Vordergrund der Kommunikation über Nanotechnologien sollten demnach nicht unbegründete Ängste und Befürchtungen oder zu große Erwartungen stehen, sondern realistische Darstellungen der Chancen, Potenziale und Risiken.

Beispiele für frühzeitige Gespräche zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und der Zivilgesellschaft aus Deutschland, Großbritannien und anderen EU-Ländern bot Dialogexpertin Antje Grobe.

Die Folgen des Nano-Technologie-Einsatzes kann derzeit niemand abschätzen

Bei den Publikumsfragen standen vor allem praktische Anliegen im Vordergrund: Welche Produkte enthalten wirklich Nano-Technologien? Woran erkenne ich sie? Warum brauchen wir Nanotechnologie überhaupt? Welche Ängste sind begründet, welche nicht?

Klare Antworten darauf kann den KonsumentInnen derzeit noch niemand geben. Antonia Wenisch vom Österreichischen Ökologieinstitut wies darauf hin, dass es derzeit weder auf europäischer noch auf nationaler Ebene verbindliche Vorschriften zur Regulierung und Kennzeichnung von Nano-Produkten und Eigenschaften gibt.

Auch im ArbeitnehmerInnenschutz fehlen die Instrumente, um Nanomaterialien bei der Verarbeitung nachzuweisen.

Wissenschaftliche Erforschung der Nano-Technologien unbedingt erforderlich

Einig waren sich die PodiumsteilnehmerInnen darin, dass Nanotechnologie nicht ausschließlich positiv oder negativ zu bewerten ist. Produkte und Prozesse, in denen Nanomaterialien zum Einsatz kommen, erfordern eine anwendungsspezifische Risikobewertung.

Der Trend bei der Regulierung von Nanomaterialien und Nanoprodukten geht derzeit dahin, bestehende Richtlinien und Verordnungen anzupassen, berichtete Andreas Kovar. Der Politikberater warnte davor, durch zu viel Reglementierung Handlungsspielräume a priori einzuschränken. Eine detaillierte Charakterisierung von Nanopartikeln und eine Beschreibung ihrer Funktionsweise entlang des gesamten Lebenszyklus der Partikel, ist aber neben den Behörden auch der Industrie ein Anliegen, wie Technologieexperte Wolfgang Luther erklärte.

Nur auf Basis fundierter Erkenntnisse lassen sich potenzielle Risiken für ArbeitnehmerInnen, KonsumentInnen und ProduzentInnen gering halten.

Die Initiative Risiko:dialog

Die Initiative Risiko:dialog von Radio Österreich 1 und Umweltbundesamt initiiert und gestaltet meist gemeinsam mit Themenpartnern Dialoge zu Risikothemen mit potenziellen Auswirkungen auf Umwelt, Technologie, Wirtschaft und Gesundheit.

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