Lebensmittel-Einzelhandel: Nachhaltigkeit gewinnt langsam an Gewicht

30.01.2009 - Quelle/Text: Rat für Nachhaltige Entwicklung

In Sachen Nachhaltigkeit zählte der Lebensmittel-Einzelhandel in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zu den Vorreitern. Gewerkschaften und Umweltorganisationen brachten immer wieder mangelnde ökologische und soziale Standards ans Tageslicht, Überwachungs- und Lebensmittelskandale taten ihr Übriges. Jetzt scheint sich der Wind etwas zu drehen. Die Bekenntnisse zur Zukunftsfähigkeit nehmen zu.

REWE will aktiver werden

Tengelmanns Klimasupermarkt
Tengelmanns Klimasupermarkt

Zuletzt gab unter anderem die REWE Group bekannt, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten deutlich ausbauen zu wollen. Die geplanten Vorhaben wurden auf einem so genannten „Tag der Nachhaltigkeit“ vorgestellt, auf dem sich rund 3.000 Beschäftigte über die Nachhaltigkeitsaktivitäten ihres Arbeitgebers informieren konnten. Gleichzeitig stellte der Konzern seiner Belegschaft ein neues Nachhaltigkeitsleitbild vor, das ökologische und soziale Belange zur Richtschnur machen soll.

Ankuendigungen folgen erste Aktivitaeten

Der Konzern unterlegt diese Absicht mit mehreren Projekten. So wurde jüngst eine Kooperation mit Chiquita und der GTZ aufgelegt, um Umweltschutz und soziale Standards beim Bananenanbau in Panama zu verbessern. Ähnliche Projekte gibt es bereits in Spanien und Italien. Zudem bezieht der Konzern nach eigenen Angaben seit Anfang des Jahres zu hundert Prozent Strom aus erneuerbaren Energien.

EDEKA arbeitet mit WWF an nachhaltigem Fisch

Auch die EDEKA-Gruppe hat Anfang 2009 ihr Nachhaltigkeitsengagement ausgeweitet und neue Richtlinien für den Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten erlassen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2011 ausschließlich Fisch aus nachhaltiger und bestandserhaltender Fischwirtschaft anzubieten. Der Konzern kooperiert dazu mit der Umweltstiftung WWF. Gemeinsam mit dem Freiburger Öko-Institut wurde zudem eine Wirkstoff-Risikoliste erarbeitet, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei den regionalen, nationalen und internationalen Obst- und Gemüseproduzenten zu reduzieren.

Klimasupermarkt als Antwort auf steigende Energiekosten

Solarpanels an neuem Tengelmann Supermarkt
Solarpanels an neuem Tengelmann Supermarkt: Klimaschutz mit Handeln in Einklang bringen

Die Unternehmensgruppe Tengelmann wiederum – Eigner von Kaiser’s Tengelmann, Plus, KiK und OBI – hat Anfang Dezember den ersten so genannten Klima(super)markt in Deutschland eröffnet. Der Energieverbrauch des sanierten Gebäudes in Mülheim an der Ruhr soll 50 Prozent unter denen herkömmlicher Märkte liegen und keinerlei CO2 emittieren.

Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, bescheinigte dem Markt deutschlandweiten Vorbildcharakter. „Hier wird oberflächennahe Erdwärme effizient genutzt, mittels Fotovoltaik 45.000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr erzeugt, Abwärme nochmal in die Energiekreisläufe eingespeist, Energie gespart bei der Kühlung und ein ausgeklügeltes Lichtmanagement betrieben – und der Kunde wird keinerlei Komforteinbußen haben.“

Kommentieren Sie diesen Eintrag!
HTML und sonstiger Code wird automatisch gelöscht - desweiteren wird der Text nach 4000 Zeichen abgeschnitten. Einfache Zeilenumbrüche werden dargestellt!
Um Beiträge zu schreiben, bitte hier anmelden!

© Umweltschutz-NEWS.de - Eine Seite des UmweltschutzWeb.de-Netzwerks

startseite