Bio-Boom hält an

10.03.2008 - Quelle/Text: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.

Der Bio-Fachhandel wuchs im Jahr 2007 um 14 Prozent und damit ähnlich stark wie der Gesamt-Biomarkt. Das Marktvolumen des Bio-Fachhandels lag 2007, bezogen auf den reinen Lebensmittelumsatz, bei 1,6 Milliarden Euro.

Diese Zahlen präsentierte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf seiner Bilanzpressekonferenz auf Grundlage der Daten des BNN Herstellung und Handel und der Kommunikationsberatung Klaus Braun. Der gesamte Umsatz mit Bio-Lebensmitteln betrug 2007 5,3 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Strukturwandel im Handel

Gemüse
Biogemüse erfreut sich zunehmender Beliebtheit

Gleichzeitig zeichne sich ein starker Strukturwandel ab: Viele der kleineren Fachgeschäfte wurden entweder aufgegeben, haben sich stark vergrößert oder als Feinkost-  und Frischeanbieter spezialisiert. Vor allem Bio-Supermärkte wachsen durch Neueröffnungen dynamisch weiter.

Rohwarenknappheit als Hauptproblem

„Die Nachfrage erlaubt ein noch stärkeres Wachstum“, ist sich Gerber sicher. Dieses wird vor allem durch die Rohwarenknappheit beschränkt. „Wir hoffen aber, dass wir die Talsohle durchschritten haben“, erläutert Gerber die wieder leicht ansteigenden Zahlen.

So stellten 2007 knapp 500 Landwirte auf Öko-Landbau um. Das bedeutet ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Fläche betrug der Zuwachs 5,8 Prozent auf jetzt 873.010 ha ökologisch bewirtschaftete Fläche.

Biolobby: Zu geringe Ausstattung der Umstellungsprogramme

„Dass die Chancen des Bio-Marktes von konventionell bewirtschafteten Betrieben so wenig wahrgenommen werden, liegt wesentlich an einer zu geringen Ausstattung der Umstellungsprogramme“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW.

Er verwies darauf, dass diese Programme – ebenso wie andere Agrar-Umweltprogramme - den Landwirten Anreize geben sollten, für Umwelt und Natur besondere Leistungen zu erbringen.

Die drastisch angestiegenen Erzeugerpreise hätten dazu geführt, dass die Programme in ihrer bisherigen Ausgestaltung nicht mehr funktionierten und nun neu kalkuliert werden müssten. Die dafür erforderlichen Mittel müssten durch Umschichtung innerhalb der Agrarförderprogramme aufgebracht werden.

Kommentieren Sie diesen Eintrag!
HTML und sonstiger Code wird automatisch gelöscht - desweiteren wird der Text nach 4000 Zeichen abgeschnitten. Einfache Zeilenumbrüche werden dargestellt!
Um Beiträge zu schreiben, bitte hier anmelden!
Laura, 12.03.2008 19:25:36
So positiv es erscheinen mag, daß der Bio-Boom anhält und/oder weiterwächst, so sollte doch auch die berühmte Kehrseite der Medaille betrachtet werden: Durch den Einstieg der Discounter könnten die Bio-Produkte in einem ähnlich unübersichtlichen Massenmarkt enden, wie dies heute schon bei konventionellen Lebensmitteln der Fall ist. Woher die Bio-Produkte kommen, welchen oft weiten Transportweg mit den einhergehenden beträchtlichen Umweltschäden sie oft hinter sich haben, interessiert die wenigsten Verbraucher, Hauptsache, auf den Produkten steht "Öko" oder "Bio" und der Preis stimmt. Wer im Winter Erdbeeren aus Israel, Tomaten aus Spanien oder andere in fernen Ländern hergestellte Bio-Produkte kauft, kümmert die Umwelt herzlich wenig. Es liegt allein am Kunden, sich für globalisierte Massenware zum Kampfpreis zu entscheiden oder für Produkte, die nachvollziehbar aus biologischem Anbau aus der Region stammen und daher auch eine entsprechend positive Ökobilanz haben. Letzteres würde unserem Land zugute kommen: Gesunder Ackerboden, Erhaltung der Tier- und Pflanzenvielfalt, artgerechte Tierhaltung und Stärkung der ökologisch wirtschaftenden Landwirten.
Matthias, 14.03.2008 16:04:05
Da stimme ich Laura zu. Bio war früher mal gleichbedeutend mit Nachhaltigkeit. Gerade der regionale Einkauf stärkt die Strukturen und schützt die Umwelt. Heute werden diese Strukturen immer mehr verwässert.
Gestern sah ich im Supermarkt beipielsweise Bio-Pflaumen aus Südamerika. Was, bitte sehr, ist daran noch Bio?

© Umweltschutz-NEWS.de - Eine Seite des UmweltschutzWeb.de-Netzwerks

startseite