Klimawandel verändert Wasserhaushalt an Flussläufen

23.11.2007 - Quelle/Text: Bundesamt für Naturschutz

Anlässlich der Fachtagung „Klimawandel, Wasserhaushalt und Naturschutz“ warnte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Beate Wessel, vor dem Unterschätzen der Auswirkungen des Klimawandels.

Wegen häufigerer Dürreperioden und Starkniederschläge werden Mensch und Natur sich anpassen müssen

Wald unter Wasser
Natürliche Überflutungesgebiete wurden in den letzten Jahren stark reduziert.

"Der Klimawandel wird auch in Deutschland nicht ohne Wirkung bleiben. Die zu erwartenden Folgen werden regional unterschiedlich aber zum Teil deutlich zu spüren sein. Häufigere Dürreperioden und Starkniederschläge werden Mensch und Natur zu Anpassungen zwingen."

Szenarien und Modellrechnungen wiesen darauf hin, dass sich der regionale Wasserhaushalt der Landschaft - beispielsweise in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg - verändere. "Besonders deutlich werden sich diese Veränderung in unseren Flüssen und Auen bemerkbar machen", so Beate Jessel.

Den Flüssen ihren Raum zurückgeben

Der für intakte Flussökosysteme wichtige Wechsel von Niedrig- und Hochwasser ist durch Laufverkürzungen und Flussverbauung bereits erheblich verändert. "Es kommt nun darauf an, die natürliche Pufferkapazität der Flussauen wieder herzustellen und den Flüssen wieder mehr Raum zu geben."

Je flexibler und dynamischer die Natur reagieren kann, desto besser kann möglichen Katastrophen begegnet werden. Intakte Flussauen leisten nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum naturverträglichen Hochwasserschutz, sie sind auch zentrale Verbindungsachsen des nationalen und internationalen Biotopverbundes und haben somit auch wichtige Funktionen für die Ausbreitungsfähigkeit der möglicherweise vom Klimawandel betroffenen Arten, erläuterte die BfN-Präsidentin.

Sie appellierte an die Verantwortlichen in Wasserwirtschaft und Naturschutz, den Weg zur Renaturierung von Flüssen und Auen und zum Wiederanschluss von Altarmen sowie zur Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit unserer Fließgewässer gemeinsam und konsequent weiter zu gehen. Nur so könne den möglichen Entwicklungen und unerwarteten Überraschungen durch den Klimawandel begegnet werden.

Funktionsfähige Natur ist Voraussetzung für Anpassung an veränderte Klimabedingungen

Die volle Funktionsfähigkeit der Natur ist nicht nur der entscheidende Faktor zur CO2-Fixierung, sondern wesentliche Voraussetzung für ihre Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Klimabedingungen.

Funktionierende Ökosysteme können z. B. auftretende Extreme abpuffern und erheblich zur Reduzierung der Risiken für den Menschen beitragen. In der derzeit in Vorbereitung befindlichen "Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" muss daher auch der Beitrag des Natur- und Auenschutzes entsprechend berücksichtigt werden.

Zeichen der Zeit erkannt - Land Niedersachsen gibt neun Millionen für Emsfonds

In Niedersachsen wurde soeben die Einrichtung des Emsfonds beschlossen: Mit diesem zweckgebundenen Sondervermögen von insgesamt neun Millionen Euro soll die ökologische Gesamtsituation in der Ems-Dollart Region verbessert werden.

Weitere Regionen in Deutschland sollten diesem Beispiel folgen.

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