Australien: Bestand der kleinen Felskängurus gefährdet

24.09.2008 - Quelle/Text: Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V.

Das kleine Bürstenschwanz-Felskänguru war einst weit verbreitet in den bergigen Regionen im Südosten Australiens. Aber in den letzten Jahren gab es einen rasanten Rückgang der Bestandszahlen dieser scheuen Beuteltiere, die nun vom Aussterben bedroht sind. Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. warnt vor dem Verlust einer einmaligen Artenvielfalt auf dem australischen Kontinent und setzt sich für den Schutz dieser charismatischen Tiere ein.

Mehr als 700 Tier- und Pflanzenarten in Australien vom Aussterben bedroht

Australien gehört zu den Ländern mit einer der höchsten Aussterberaten in den letzten zwei Jahrhunderten. Aktuell sind in Australien mehr als 700 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. „Die meisten der Arten kommen nur in Australien vor und wären unwiederbringlich verloren“, warnt Birgit Felgentreu, Artenschutzexpertin der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V..

Bestand von 20.000 Bürstenschwanz-Kängurus - Zerschneidung des Lebensraums

Ein kleines Bürstenschwanz-Felskängurus
Die kleinen Bürstenschwanz-Felskängurus sind in ihrem Bestand gefährdet

Auch das scheue Bürstenschwanz-Känguru (Petrogale penicillata), das ausschließlich in Australien beheimatet ist, ist bereits vom Aussterben bedroht. Optimistische Schätzungen gehen von gerade noch etwa 20.000 Tieren in freier Wildbahn aus, verteilt auf viele zerstreute und voneinander getrennte kleine Populationen.

„Insbesondere der Verlust ihres Lebensraumes stellt eine große Bedrohung für das Bürstenschwanz-Felskänguru dar“, erklärt Birgit Felgentreu. Der verbliebene Lebensraum wird immer weiter zerstückelt und die Kängurupopulationen werden immer kleiner und isolierter. Die Kängurumännchen können kaum noch zwischen einzelnen Familiengruppen wandern und der genetische Austausch wird stark begrenzt. „Durch diese Isolation werden die Populationen in zunehmenden Maße anfällig gegenüber Umwelteinflüssen und Naturkatastrophen, wie beispielsweise Waldbränden“, erläutert Birgit Felgentreu.

Ausweisung weiterer Schutzgebiete notwendig

Mit der Ausweisung weiterer Schutzgebiete sollen zerstückelte Areale wieder verbunden werden, um so einen Austausch zwischen den einzelnen Familiengruppen und damit überlebensfähige Populationen zu ermöglichen. Die AGA setzt sich für den Aufbau des „Australian Wildlife Corridors“ ein, einem so genannten grünen Korridor, der verschiedene Schutzgebiete  verbinden soll und sich von den Viktorianischen Alpen bis zum Atherton Hochland in Queensland erstreckt. Um bereits bestehende Schutzgebiete zu diesem wichtigen Korridor zusammenzufügen, müssen jetzt dringend weitere Gebiete unter Schutz gestellt werden.

Weitere Informationen:
Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V.
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