Bodenbrütende Vögel und andere Wildtiere schützen - Hunde anleinen

04.04.2008 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium weist darauf hin, dass in der freien Landschaft - außerhalb von Ortschaften - vom 1. April bis zum 15. Juli bis auf wenige Ausnahmen alle Hunde an der Leine geführt werden müssen. Während dieser Zeit sind bodenbrütende Vögel und Jungtiere freilebender Tierarten generell durch stöbernde Hunde besonders gefährdet.

Mit dem Hund in Schutzgebieten – warum angeleint?

Hund
In freier Natur aber auch in Städten können nicht beaufsichtigte Hunde zum Ärgernis werden.

Am Beispiel Wattenmeer: Viele Vogelarten nutzen die Wattenregion als Brut- und Aufzuchtgebiet. Während ihres Aufenthalts im Wattenmeer müssen die Jungvögel möglichst schnell und ohne Störungen heranwachsen, um sich die nötigen Fettpolster für den weiten Weg in ihre Zielgebiete anzufressen, jede „Fressminute“ ist kostbar.

Vögel sehen von Natur aus Hunde als ihre Feinde an und versuchen, vor ihnen zu flüchten. Sie können nicht zwischen gut und schlecht erzogenen Hunden unterscheiden. Wenn ein nicht angeleinter Hund einen Vogel aufscheucht, bedeutet das für den Vogel:

  • Er kann weniger fressen, also nicht ausreichend Fettreserven für den Weiterflug bzw. das Brutgeschäft aufbauen.

  • Die Flucht kostet ihn viel Energie, wodurch er noch weitere Fettreserven abbaut.

  • Sein Gelege kühlt aus und er kann seine Eier oder seine Jungen nicht vor Nesträubern oder vor Ihrem Hund schützen. Der Bruterfolg ist gefährdet.

Da ohnehin viele der im Wattenmeer rastenden und brütenden Vogelarten in ihrem Bestand gefährdet sind, ist es besonders wichtig, dass sie erfolgreich brüten und den Nachwuchs aufziehen können - und dass wir ihnen dabei helfen, indem wir sie nicht stören.

Auf Deichen sind Hunde fast immer verboten

Auch wenn Festlanddeiche nicht zu einem Naturschutzgebiet gehören: Häufig weiden dort Schafe und diese empfinden einen Hund instinktiv als Bedrohung. Daher ist es grundsätzlich nicht erlaubt, Hunde an den Deich mitzunehmen, auch nicht an der Leine.

Wildtiere können sich nicht selbst schützen, daher stehen wir in der Verantwortung

Wir Menschen sind verpflichtet, sowohl unserem Hund als auch freilebenden Wildtieren ein möglichst artgerechtes Leben in Sicherheit zu ermöglichen – Tiere sind keine Sachen, sondern Lebewesen. Im Übrigen gibt es kein Menschenrecht auf Haltung eines Hundes, so wünschenswert es aus verschiedenen Gründen auch sein mag.

Ein verantwortungsbewusster Mensch wird vor der Anschaffung eines Hundes überlegen, ob er diesem auch ausreichend Auslauf bieten kann und ob er bereit ist, dafür allenfalls auch längere Wege zur nächsten Freilaufwiese in Kauf zunehmen: Kleine Hunde brauchen kleinen Auslauf, große Hunde brauchen großen Auslauf!

Neben moralischen gibt es auch gesetzliche Verpflichtungen

Viele Kommunen haben eigene Regelungen für die Haltung von Hunden verfügt, Hundebesitzer sollten diese Regeln kennen und befolgen. Darüber hinaus bestimmen Bundes- und Landesjagdgesetze, dass Hunde auch außerhalb von Schutzgebieten immer im Einwirkungsbereich ihres Besitzers bleiben müssen.

Selbst erfahrene Hundehalter unterschätzen, wie schnell sogar bei einem gut erzogenen Hund der Jagdinstinkt erwacht, wenn ein Wildtier vor ihm davonläuft; da helfen oft die lange gelernten Kommandos nicht mehr – nur eine Leine verhindert das Aufscheuchen und Verfolgen von Wildtieren durch den Hund.

Auch wegen der Vogelgrippe wird immer wieder in gefährdeten Gebieten Leinenzwang angeordnet. Und das dürfte sich in den nächsten Jahren während der Vogelzugzeiten wiederholen.

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