Gesetzentwurf zum Handelsverbot für Robbenprodukte an EU weitergeleitet

11.03.2008 - Quelle/Text: International Fund for Animal Welfare

Die Bundesregierung hat in einer Kabinettssitzung Mitte Februar beschlossen, einen Gesetzentwurf für ein nationales Handelsverbot für alle Robbenprodukte an die EU-Kommission zur Prüfung weiterzuleiten. Die Kommission soll klären, ob die Gesetzesvorlage mit europäischem Recht und Welthandelsrecht vereinbar ist.

Der Bundestag hatte am 20. Oktober 2006 eine Gesetzesvorlage für ein Handelsverbot beantragt. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) arbeitet seit Jahren europaweit an der Einführung solcher Gesetze.

Schritt gegen Robbenjagd in Kanada

Robbenjagd
Die Robbenjagd ist ein blutiges Geschäft.

"Ein Handelsverbot in Deutschland ist ein wichtiger Schritt für die Beendigung der Robbenjagd in Kanada und entspricht dem Willen der Wähler", so Dr. Ralf Sonntag, Direktor des IFAW-Deutschland. "85,5 Prozent der Bundesbürger lehnen die Jagd ab. Deshalb ist es wichtig, das Gesetz nach der Prüfung durch die EU umgehend umzusetzen. Der nächste Schritt muss dann ein EU-weites Handelsverbot sein. Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich auch dort konsequent für den Schutz der Robben einsetzt. Denn das Schlachten auf dem Eis geht im März wieder los."

Kanadische Regierung gibt jährlich Hunderttausende Robben zum Abschuss frei

Trotz jahrzehntelanger internationaler Proteste ließ sich die kanadische Regierung bisher nicht davon abhalten, jedes Jahr Hunderttausende junger Robben zum Töten freizugeben. Nach jahrelangerÜberzeugungsarbeit des IFAW handeln viele Regierungen nun, indem sie ihre Märkte für Robbenprodukte schließen.

Handelsverbote existieren bereits in den USA, Mexiko, Kroatien, Slowenien, Belgien und den Niederlanden. In Österreich und Italien sind entsprechende Gesetze in Arbeit.

Erste Auswirkungen in Kanada

Robbe
Robbe

Die europäischen Handelsverbote zeigen bereits direkte Auswirkungen in Kanada. Kanadischen Medienberichten zufolge warnte Bruce Williams, Vorsitzender des Kanadischen Pelzinstituts, im Januar vor einer Versammlung von 100 Robbenjägern, dass die Robbenjagdindustrie wegen der wachsenden Opposition in Europa vor einer Krise stehe, da entscheidende Märkte dort geschlossen würden.

"Wenn das Produkt keinen kommerziellen Wert mehr hat, ist es verdammt," so Williams. Selbst Kanadas Fischereiminister Loyola
Sullivan gab zu, dass es schwer werden würde, die Anti-Robbenjagd-Lobby in Europa zu stoppen. "Wir appellieren deshalb an Kanada, diesen grausamen Unsinn endlich zu beenden," so Sonntag.

"Die Jagd ist unwirtschaftlich, verschlingt Unsummen an Subventionen und beschädigt Kanadas Ruf in der internationalen Staatengemeinschaft."

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz vom 13.02.2008:
Robbenerzeugnisse-Verbotsgesetz im Kabinett behandelt
International Fund for Animal Welfare (IFAW)
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