Feuerbrand contra Obstbäume

26.08.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Es ist Feuer am Dach: In großen Teilen Österreichs, der Schweiz aber auch in Deutschland wütet der Feuerbrand und bringt viele Obstbäume zum Absterben. Panikartig fällen deshalb zahlreiche Obstbaumbesitzer bereits beim kleinsten Befall den ganzen Baum. Doch das hat katastrophale Auswirkungen auf die Natur.

Flächendeckender Befall im zweitgrößten Obstanbaugebiet Deutschlands

Feuerbrand
Feuerbrand-Befall auf Apfelbaum

Erreger des Feuerbrands ist ein Bakterium mit dem Namen Erwinia amylovora. 1957 trat die aus Nordamerika stammende Krankheit erstmals in Europa auf. Seither hat sie sich bei uns weit verbreitet und ist zu einer großen Gefahr für viele Obstbäume geworden.

Besonders Birne, Apfel und Quitte sowie etliche Hecken- und Ziergehölze sind betroffen. Der warme Winter und das folgende warme Frühjahr haben die Ausbreitung des Feuerbrands zusätzlich begünstigt.

In der Gegend rund um den Bodensee, dem zweitgrößten Obstanbaugebiet Deutschlands, sind heuer besonders die Apfelbäume vom Schädling betroffen, berichtet Christian Scheer vom Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee in Bavendorf: „Wir haben einen flächendeckenden Befall.“ 

Naturschutzbund Österreich appelliert: Wenn möglich nur ausschneiden, nicht fällen!

Jetzt kommt eine weitere Gefahr für unsere Obstbäume hinzu: Viele Gartenbesitzer entfernen den ganzen Baum, sobald ein Ast befallen ist. Der Naturschutzbund befürchtet, dass dadurch die artenreichen Streuobstwiesen verschwinden könnten – und damit die von ihnen abhängigen Tiere und Pflanzen.

Denn in Streuobstwiesen finden mehrere tausend Tierarten eine Heimat, zu ihnen zählen Fledermäuse, Sing- und Eulenvögel sowie viele Insekten.

Der Natur eine Chance geben!

Der Naturschutzbund Österreich befürchtet, dass so die letzten Streuobstwiesen verschwinden, die vielen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten. Er appelliert deshalb an die Gartenbesitzer, dem Rat der Wissenschaftler zu folgen und nur die befallenen Äste auszuschneiden!

Alternativen zu diesen Radikalmaßnahmen werden auch von der Wissenschaft empfohlen: Befallene Äste sollten fachgerecht und mit Unterstützung des Feuerbrandbeauftragten der Gemeinde gänzlich entfernt werden, die Fällung des ganzen Baumes ist jedoch nur in wenigen Fällen notwendig.

Bei Neupflanzungen möglichst widerstandsfähige Obstbaumsorten auswählen

Außerdem zeigen sich einige Obstbaumsorten widerstandsfähiger gegen den Befall von Feuerbrand. Hier sind die regionalen Pomologen (Apfelforscher) gefordert, die Befallsstärke der einzelnen Obstbaumsorten zu dokumentieren, um Erfahrungen zu sammeln, mit deren Hilfe der Feuerbrand eingedämmt werden kann.

So besteht die Hoffnung, dass die Natur mittelfristig selbst einen Weg findet, mit dieser Krankheit fertig zu werden.

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