Forenbeitrag:

Artenschutz Sonstiges Umweltforschung
weniger insekten?
28.08.2009 17:51:11 von ocbblau

es mag ja seltsam erscheinen: aber ich bin berufmäßig viel mit dem auto unterwegs. eine beobachtung hat mich jetzt doch irritiert: vor wenigen jahren habe ich nach nachtfahrten fenster und scheinwerfer nur mühsam von den insekten reinigen können. alles schwarz. viele werden das kennen. letztens fiel mir dann auf: ich fahr tage und wochenlang und habe kaum ein insekt auf der scheibe. und das schon den ganzen sommer lang. - wer kann das bestätigen und was für schlüsse können daraus gezogen werden?
freu mich auf antwort. - herbert

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kallimero, 28.06.2012 21:03:58
Kommentar zum Artikel von: ocbblau, 28.08.2009 17:51:11
Wie praktiziert man Artenschutz?
Eine ungewöhnliche Idee:

Delikatessen aus der Natur

Naschseminar – ein Plädoyer für Artenvielfalt


Bretzenheim: Das gut besuchte Naschseminar am 23. Juni im Naturschaugarten bot viele Überraschungen. Es warf aber auch Fragen auf. Wieso ist jemand, der Wildkräuter und Wildblumen für kulinarische Spezialitäten nutzt, möglicherweise ein guter Artenschützer? „Was man kennt und schätzt, was man nutzen kann, damit geht man sorgsam um!“ meint Annette Kretzschmar, die das kulinarische Erlebnis anbot. „Werden Wildkräuter vermehrt in den Gärten angepflanzt und genutzt, dann haben diese Pflanzen eine echte Chance zum Überleben.“

Kretzschmar wies damit auf das Artensterben hin, das viele der heimischen Wildpflanzen betrifft. Und natürlich die von den Pflanzen abhängigen Tiere. So seien rund 50 Prozent der Wildbienen von Aussterben bedroht. Ähnlich dramatisch sähe es mit vielen Schmetterlingsarten aus.

Artenschutz, das ist das bestimmende Thema des Arbeitskreises Naturnahes Grün. Die Ehrenamtlichen des Vereins haben den Naturschaugarten, in dem die Veranstaltung stattfand, mit viel Engagement und Bürgerunterstützung verwirklicht. Und dafür zwei Naturschutzpreise erhalten. Kretzschmar und die anderen Arbeitskreismitglieder wollen zeigen, dass Naturgärten Orte sind, an denen man sich wohl fühlt, alle Sinne angesprochen werde, dass z.B. die Zimtrose die Nase und die Süße Mispel die Zunge verwöhnt. So einfach und erfrischend könne Natur- und Artenschutz sein, wenn Gärten und Grünflächen wieder Entfaltungsmöglichkeiten für die heimische Flora erhalten würden.

Das Naschseminar wurde somit zu einem Plädoyer für die Artenvielfalt. Der informative Schaugartenrundgang wurde mit Rosenblüten- oder Holundersirup versüßt. Der Duft der Wildrosen war ebenso Thema wie Große Königskerze, Thymian, Weinraute, Eberraute und Ysop und deren Würz- und Heilkräfte. Wiesenstorchschnabel mit ihren essbaren Blüten, Oregano-Dost, für Pizza, Tomaten- und Nudelgerichte als besonders leckeres Pesto fantastisch geeignet, Triebe der Wilden Möhre, feinwürzig und filigran, das alles wurde probiert und bestaunt.

Auch Wiesenpesto, Taubnesselpesto mit Zitrusfrüchten und Rosenpesto konnten probiert werden. Am Beispiel dieser Köstlichkeiten erahnte man die Vielfalt an Geschmacksnuancen, die ein Garten mit heimischen Wildpflanzen zu bieten hat. Kretzschmar gab viele Tipps zur für Verwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise wie leicht sich ein Hustensirup aus Spitzwegerichblättern zubereiten lässt und wie wunderbar nussig die Knospen z.B. geröstet auf einem Salat schmecken.

Annette Kretzschmar hat mehrere Bücher herausgebracht: „Die Wildblumenküche“, „Die Wildfrüchteküche“, „Mein wunderschöner Genuss-Garten“ (Thorbecke Verlag)

Infos zum Naturschaugarten Lindenmühle: www.naturschaugarten.de, Lokale AGENDA 21 Mainz, 0177 3143495, naturnah@email.de

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