Forenbeitrag:

Wald
Waldabholzung für Endlagerung:
Droht in Niederfinow der erste große Umweltskandal?
17.01.2009 02:41:54 von Andreas_Steiner

In Niederfinow bahnt sich im Zuge des Oder-Havel-Kanal-Ausbaus vermutlich ein Umweltskandal an. Durch Erweiterung und Ausbaggerung der Wasserstraße wird ein Gesamtaushub von 1.090.000 cbm anfallen. Dieser soll zum größten Teil in der Gemarkung Niederfinow, also innerhalb des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, endgelagert werden. Hierfür würde man eine große Fläche von 510.000 qm benötigen. Dem Plan des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde zufolge sollen 450.000 qm Wald, größtenteils Kiefernbestände, zum Opfer fallen.

In der Gemeinde Niederfinow regt sich dagegen Widerstand. Bürgermeister Siegfried Schiefelbein nennt dieses Vorhaben einen Umweltskandal, sieht enorme Belastungen für Niederfinow und hat sich vor einem Monat in einem Protestbrief sowohl an die Bürger seiner Gemeinde als auch an die Gemeindevertreter gewendet.

Gestern habe ich eine Anfrage an die Fachbehörden des Landkreises Barnim, namentlich an die Untere Naturschutzbehörde und das Bodenschutzamt sowie an das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gerichtet, ob dieses Vorhaben, dass m.E. in dieser Art und Weise einen massiven Eingriff in den Landschaftshaushalt darstellt, hinreichend auf Zulässigkeit geprüft wurde.

Zudem habe ich meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, dass von diesem Vorhaben noch nichts an die breite Öffentlichkeit gedrungen ist, d.h. der Sachverhalt bislang nur in der Gemeinde Niederfinow bekannt war. Nun hoffe ich, dass die Medien diese Angelegenheit, im Sinne der Bürgerinnen und Bürger der Region und der Umwelt, zeitnah aufgreifen werden.

Mein Dank gilt der Niederfinowerin Frau Ute Peters-Pásztor, die den Fall an mich herangetragen hat.

Dr. Andreas Steiner
Mitglied im Landessprecherrat der GRÜNEn LIGA Brandenburg

Quelle: http://www.bar-blog.de/2009/01/17/buergermeister-schiefelbein-droht-in-niederfinow-der-erste-grosse-umweltskandal/#more-4425

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Laura, 29.01.2009 17:26:40
Kommentar zum Artikel von: Andreas_Steiner, 17.01.2009 02:41:54
Wenn man solche Nachrichten liest, fragt man sich, was das ganze Geschwafel von Biodiversität/Erhaltung der Artenvielfalt soll, das durch solche und Abertausende anderer irrer Projekte ad absurdum geführt wird. Die Umsetzung von Natur-und Artenschutzpolitik sollte beim Bund anfangen und bis in die kleinste Kommune wirken.
Bis dato ist dies nicht der Fall, es bleibt alles beim alten, Hauptsache, die Wirtschaft brummt und wird mit unseren Steuergeldern auch noch gestützt. Leider stelle ich immer häufiger fest, daß Umweltthemen der einstmals vorbildlichen Politik der Grünen inzwischen größtenteils zur Bedeutungslosigkeit verkommen ist, ihr Engagement gilt jetzt anderen Themen ...
Was tun? Hier hilft wohl nur geballter Bürgerprotest mit Hoffnung auf Erfolg und diesen wünsche ich Ihnen!!!

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