Forenbeitrag:

Energie Umweltforschung
Ascheproben aus Holzfeuerungen bestätigen Umweltprobleme
22.01.2007 12:07:31 von Flora

Liebe Leser, liebe Forumsteilnehmer,

Ascheuntersuchungen aus Holzfeuerungen haben ergeben, dass in rd. zwei Drittel der Holzöfen verbotene Stoffe verbrannt wurden.

Hierzu aus www.umwelt-luzern.ch/referat_m.lutz.pdf:

Holzfeuerung – sauber oder nicht?
(Autor: Michael Lutz, Energiebeauftragter Gemeinde Kriens)

Folien 1 und 2
Die Gemeinde steht der Energiegewinnung aus Holz sehr positiv gegenüber aus Gründen, die wir gehört haben:

- erneuerbar und damit CO2-neutral
- einheimisch, regional verfügbarer Energieträger

Holzfeuerungen haben – neben zahlreichen Vorteilen gegenüber anderen Wärmeerzeugern – auch gewisse Nachteile. Nachbarn können sich von starken Rauch- und Geruchsemissionen gestört fühlen. Die Umweltschutzstelle der Gemeinde ist in solchen Fällen die Anlaufstelle für Reklamationen.

Folie 3
Die Ursachen für störende Rauch- und Geruchsemissionen können sein:

- schlechte Verbrennung, vor allem bei älteren, handbeschickten Anlagen
- falscher Anfeuerungsvorgang
- Störung bei der Brennstoffzufuhr automatisch beschickter Anlagen oder generelle Störung bei automatischen Anlagen
- ungünstige Ableitung der Rauchgase (Kaminart und –höhe)
- Verbrennen von Abfällen jeglicher Art (beschichtetes Holz, Spanplatten, Verpackungen, Haushaltsabfälle usw.)

Folie 4
Vor etwa einem Jahr erschien in der Neuen LZ ein Artikel, in dem die Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht wurden, welche die Dienststelle Umwelt und Energie in Zusammenarbeit mit den Kaminfegern durchgeführt hatte. Diese Ergebnisse möchte ich Ihnen nochmals in Erinnerung rufen.

Der Kanton hat in verschiedenen Gemeinden Ascheproben aus Holzfeuerungen genommen und sie auf Schadstoffe hin untersucht, die Auskunft darüber geben, was verbrannt worden ist:

- In rund zwei Drittel der anonym analysierten Ascheproben fanden sich Hinweise darauf, dass verbotene Stoffe verbrannt worden waren.
- Gleichzeitig gab die Hälfte der Befragten an, dass im Quartier oder in der Gemeinde ihrer Ansicht nach kein Abfall verbrannt werde.
- Für 70 % der Befragten war das Verbrennen von Abfall auch kein Problem.

Das heisst für uns: Es herrscht Unklarheit darüber, was eigentlich verbrannt werden darf und was nicht. Ausserdem ist man sich zu wenig bewusst, was für Folgen das Verbrennen von illegalen Stoffen hat.

Da es praktisch keine 100%ige Sicherheit gibt, dass Holzöfen nicht doch als Dreckschleudern fungieren, ist diese Art der Heizung wegen der potentiellen Schadstoffbelastungen (v.a. Ruß, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid, Feinstaub und hochgiftige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Dioxine) grundsätzlich in Frage zu stellen.

Dies sind keine Bagatelldelikte mehr, denn wegen der niedrigen Hauskamine werden diese Gifte unmittelbar in den Wohnbereich des Menschen abgegeben.

Gruß
Flora

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coco, 21.05.2007 23:38:53
Kommentar zum Artikel von: Flora, 22.01.2007 12:07:31
Toller Beitrag, den ich leider erst heute gelesen habe. Werde nun einmal anregen, eine solche Untersuchung in Ostwestfalen machen zu lassen - da verheizen vermutlich 90 % der Ofenbesitzer auch unerlaubte umweltschädliche Stoffe. Auch das illegale Verbrennen im Freien ist noch weit verbreitet. Ich gehe jedoch davon aus, dass man den Antrag auf eine Untersuchung seitens der Behörden abschmettern wird mit "Verhältnismäßigkeit der Kosten" und "Personalmangel".
Wir brauchen nicht gegen MVA zu kämpfen, ( die meist mit modernen Filtern ausgerüstet sind,) wir haben diese privaten "MVA´s" in manchen Regionen flächendeckend vor nahezu jeder Haustür!!

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