Überangebot an Nährstoffen reduziert Artenvielfalt

03.04.2007 - Quelle/Text: pressetext.at

Ein Übermaß an entscheidenden Faktoren wie Nährstoffen oder Wasser reduziert die Artenvielfalt eines Ökosystems. Dafür steigt die Produktivität einiger weniger Arten, wie ein amerikanisches Forscherteam in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature berichtet.

"Unsere Ergebnisse stützen eine neue Erklärung für die große Artenvielfalt auf der Erde", sagt Autor David Tilman von der University of Minnesota. "Sie zeigen, dass die Pflanzenvielfalt eng mit der Anzahl eingrenzender Faktoren verbunden ist, etwa Feuchtigkeit, Nährstoffe oder Wasser."

Dominanz von wenigen Arten in nährstoffreichen Abschnitten

Blumenwiese im Sommer
Blumenwiese im Sommer: Nährstoffzugaben reduzieren die Artenvielfalt, haben Forscher herausgefunden.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler eine Wiesenlandschaft im Santa Ynez Valley, die sie zuvor in Abschnitte eingeteilt hatten, welche sie unterschiedlich mit Wasser und Nährstoffen behandelten. Ihr Ergebnis: Jene Abschnitte mit den größten Zugaben verzeichnetenn die geringste Artenvielfalt.

"Mit einer steigenden Anzahl limitierender Faktoren erhöht sich auch die Homogenität eines Ökosystems und als Folge reduziert sich die Möglichkeit konkurrierender Arten für eine Koexistenz", sagt Tilman. "Denn so werden die ökologischen Nischen geschlossen, was wiederum die Dominanz einiger weniger Arten ermöglicht."

Nährstoffzugaben haben lang andauernde Folgen

Die Ergebnisse belegen zudem, dass ein Verlust von Pflanzenarten - etwa als Folge von Nährstoffzugaben durch Düngemittel - mehr als 100 Jahre bestehen kann. "Durch menschliche Eingriffe kann die Artenvielfalt eines Lebensraums für einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren geschädigt werden", sagt Co-Autor Stanley Harpole von der University of California. In ihrem neuen Forschungsprojekt wollen die Wissenschaftler nun die Auswirkungen verschiedener Faktoren im tropischen Regenwald untersuchen.

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Laura, 12.02.2008 16:25:00
Nicht nur Überdüngung und andere negative Eingriffe durch die Intensivierung der Landwirtschaft verdrängen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Die Verarmung der einst artenreichen Fluren wird durch die jüngst beschlossene Abschaffung der Flächenstillegung noch zusätzlich forciert. Die EU-Landwirtschaft ist der Artenkiller Nummer 1 und die europ. Agrarpolitik fördert diesen Prozeß weiter. Ein Ende des ökologischen Desasters ist nicht in Sicht und alle Warnrufe von Umwelt-, Natur- und Tierschützern sind vergebens.
Flora, 04.03.2008 00:40:39
Kommentar zum Artikel von: Laura, 12.02.2008 16:25:00

Allerdings fördern ausgerechnet die Umweltverbände durch Ihre Haltung zur Biomassepolitik diesen Trend noch!

Wobei es eigentlich ein Irrsinn ist zu glauben unser exorbitanter Energieverbrauch könnte auch nur ansatzweise durch nachwachsende Rohstoffe gedeckt werden.

Substituieren statt Sparen ist das einträchtige Motto - schon eh und je liegt dem Menschen Bescheidenheit eben sehr fern. Dem Raubbau an den fossilen Rohstoffen folgt jetzt in gleicher Weise der Raubbau an der Natur.

... und jetzt sind wir nachhaltig und ökologisch, denn wir haben eine Holzheizung und fahren mit Biosprit.

Grüße

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