Humanere Tiertransporte EU-weit

05.01.2007 - Quelle/Text: EU-Kommission (Vertretung in Deutschland)

Eine neue Verordnung für Tiertransporte soll künftig die Verletzungsgefahr und den Stress für Tiere während Land- und auf Seetransporten reduzieren. Mit der am Freitag in Kraft tretenden Verordnung (EG) Nr. 1/2005 gelten unter anderem höhere Standards für Fahrzeuge und Ausrüstung sowie strengere Auflagen für Personen, die während des Transportes mit den Tieren umgehen.

Satellitennavigationssystem soll Kontrolle der Vorschriften ermöglichen

Auf einem Tiertransport verendetes Schwein
Auf einem Tiertransport verendetes Schwein

Neufahrzeuge, mit denen Tiere acht oder mehr Stunden befördert werden, müssen ab sofort über ein Satellitennavigationssystem verfügen. Das vereinfacht die Kontrolle der EU-Vorschriften für Fahrt- und Ruhezeiten. Ältere Fahrzeuge müssen bis 2009 entsprechend nachgerüstet und amtlich zugelassen werden.

Schärfere Bedingungen für Tränkung der Tiere 

Neue Technik soll zudem das Mikroklima im Fahrzeug verbessern. Außerdem gelten schärfere Bestimmungen für die regelmäßige Tränkung der Tiere. Auch gibt es Sonderbestimmungen: neu geborene Tiere und weibliche Tiere, deren letzter Wurf weniger als eine Woche zurückliegt, dürfen überhaupt nicht transportiert werden.

Schulungen für Fahrer und Betreuer

Fahrer und Betreuer von Tiertransporten müssen Schulungen absolvieren und brauchen ab 2008 eine eigene Zulassung für den Umgang mit Tieren. Die Verantwortungskette schließt von nun an nicht mehr nur Transportunternehmen, sondern auch Händler, Fahrer und sonstige am Transport beteiligte Personen ein. Am stärksten unter Stress stehen Tiere in der Regel beim Ver- und Entladen. Hier gelten verbesserte beziehungsweise neue Bestimmungen.

Keine Neuregelung der Transportzeiten

Die Verordnung (EG) Nr. 1/2005 enthält – entgegen dem ersten Vorschlag der Kommission – keine neuen Bestimmungen zu Beförderungszeiten und Besatzdichten, weil der Rat sich in diesen Fragen nicht einigen konnte.

Die Kommission hat sich jedoch verpflichtet, bis Ende 2009 Vorschläge zu diesen wichtigen Aspekten des Tiertransports zu unterbreiten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat bereits Stellungnahmen zur Besatzdichte bei Tiertransporten vorgelegt und die Kommission wird diese Frage in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten und den verschiedenen Interessengruppen bearbeiten.

Kommentieren Sie diesen Eintrag!
HTML und sonstiger Code wird automatisch gelöscht - desweiteren wird der Text nach 4000 Zeichen abgeschnitten. Einfache Zeilenumbrüche werden dargestellt!
Um Beiträge zu schreiben, bitte hier anmelden!
Angel888, 01.04.2008 11:56:09
Seit dem EU Beitritt Finnlands / Lapplands bzw einer Regelung scheint es nicht mehr erlaubt zu sein, Rentiere zuhause zu schlachten, den Tieren werden die Hoerner abgenommen und sie werden lebend transportiert, was die Kultur verletzt und das Vieh leiden laesst.
Laura, 06.08.2008 23:39:30
Es gibt nur eine Lösung, Tieren den grausamen LebendTransport zu ersparen: Die Tiere an Ort und Stelle schlachten und tiefgefroren transportieren - von mir aus bis ans Ende der Welt!
Dies ist und bleibt aber leider eine Illusion und so wird das Elend der Lebend-Tiertransporte die Tierfreunde und Tierschützer wohl noch bis in alle Ewigkeit beschäftigen, denn die Entscheidungen werden von Politik und Wirtschaft getroffen, für die nur die Gewinn- maximierung zählt und nicht das Leid von Kreaturen.

© Umweltschutz-NEWS.de - Eine Seite des UmweltschutzWeb.de-Netzwerks

startseite