Biosprit - mehr Fluch als Segen?

19.09.2006 - Quelle/Text: natur + kosmos

Die Rot-Grüne Bundesregierung hat mit der Befreiung von Pflanzenöl von der Mineralölsteuer einen regelrechten Boom ausgelöst. Doch Biosprit ist beileibe nicht so klima- und umweltfreundlich, wie man auf den ersten Blick meinen könnte.

Anbau in Monokultur führt zu mehr Pestizid- und Düngereinsatz

Auto im Rapsfeld
Besonders Rapsmethylester, besser bekannt als "Biodiesel" ist aus ökologischer Sicht nicht empfehlenswert.

So werden nach Angaben des Umweltbundesamtes durch Biodiesel im Vergleich zu normalem Diesel im schlechtesten Fall nur 20 Prozent der frei werdenden Treibhausgase eingespart. Diese geringen Vorteile bergen aber große Nachteile: Der Anbau in Monokultur führt zu mehr Pestizid- und Düngereinsatz, und die Notwendigkeit, die Erträge zu steigern, ebnet gentechnisch veränderten Energiepflanzen den Weg. "Aus Umweltsicht ist Biodiesel nicht zu fördern", zieht das Umweltbundesamt sein Fazit. Das Einzige, was wirklich hilft, sind kleinere Autos und weniger starke Motoren. Nur so kann der Spritbedarf der 800 Millionen Kraftfahrzeuge, die weltweit unterwegs sind, deutlich verringert werden.

 

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Quidel, 24.09.2006 09:19:51
kleinere Autos und kleineren Motoren... dabei sollte auch stehen " Förderungen des öffentlichen Verkehres wie Bahn und Bus, wodurch weniger Autos auf den Strassen und weniger Verschmutzung des Milieus."
Linus, 09.10.2006 11:04:40
Ich denke, so lange Leute, die ein Auto in Form eines Tuaregs (und wie die `Ich bin ein Naturbursche- Schüsseln´alle heissen) vor der Tür stehen haben, neidische und bewundernde Blicke ernten, anstatt als Umweltschweine verschrien zu sein, wird auch bei den Automobilherstellern kein Umdenken stattfinden.Die Leute sind nun einmal so einfach gestrickt, dass solche Autos - gerade in der heutigen Zeit - als erstrebenswert gelten. Schade eigentlich. Linus
marasmius, 23.10.2006 15:10:56
Wenn das Umweltbundesamt vom schlimmsten Fall ausgeht, nämlich dem Raps-Anbau in Monokultur, ist es kein Wunder, dass RME so schlecht bewertet wird. Kein halbwegs vernünftiger Bauer wird dies tun! Wenn Raps Jahr für Jahr ohne Fruchtwechsel angebaut wird, wird er von Krankheiten befallen, die einen ökonomisch und ökologisch unvertretbar hohen Einsatz von Pestiziden (energieaufwändig) erfordern. In wessen Ineteresse werden solche unsinnigen Studien eigentlich veröffentlicht? marasmius
Oggy, 10.11.2006 09:21:59
Es sind nicht die Automobilhersteller welche uns da zu bewägen einen SUV zu fahren, sondern wir als Gesellschaft. Die Automobilhersteller gehen lediglich der Nachfrage des Marktes nach!

Ob gleich sie dies natürlich durch Konzeptstudien gefördert haben.

baldwald, 16.11.2006 12:29:14
Inzwischen glaube ich, dass die klassische Holzproduktion, auch gerade für Stück-Brennholz eine ist, die besser als diese ganzen Bio-Sprit-Anbauten der Nautur, Umwelt und dem Klima hilft. Aufforstungen zu diesem (und anderen) Zwecken werden wieder lohnender. Wir haben mal versucht mit Baumpatenschaften Aufforstungen weiter zu unterstützen - ist recht positiv (nicht nur finanziell, auch von den neuen konatkten her,...) verlaufen. Wenn es interessieret: http://www.baldwald.de (Name = Programm)
Seneca, 05.04.2008 10:41:31
Kommentar zum Artikel von: Quidel, 24.09.2006 09:19:51
Das nennt man wohl Politik gegen die Menschen!
Das Ergebnis der Biosprit/-diesel-Förderung ist bekannt, alle die sich dafür eingesetzt haben müssen nun mit sich selbst die Verantwortung für gerodete Regenwälder ausmachen. Das der ein oder andere jetzt nichts mehr davon wissen will (wie gerade Herr Bütighofer in Berlin versucht die Bundesregierung verantwortlich zu machen) spricht Bände und zeigt Charaktäre. Es ist halt nicht jedermanns Sache einen Fehler mit drastischen Konsequenzen zuzugeben.
Die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs wie zum Beispiel mit eigenen Fahrbahnen für Busse ist ein ähnliches Thema. Zugegeben, die Intention ist ja eine gute. Die Menschen wollen es nur nicht. Das Ergebnis: Verstopfte Strassen bei gleichzeitig leeren Starßenbahnspuren!!!
Die Realität ist aber leider:

Stehende Starßenbahnen verursachen kein CO2, stehende und wartende PKW´s aber schon....

Was wollen wir also? Recht haben und die Umwelt weiter verpessten oder Realitäten anerkennen und handeln?
Stehende Straßenbahnen
Seneca, 05.04.2008 10:52:19
Kommentar zum Artikel von: Seneca, 05.04.2008 10:41:31
Vielleicht ein Link als kleine und interessante Ergänzung:

http://www.verivox.de/News/ArticleDetails.asp?aid=9929

War Frau Künast eigentlich schon einmal in Brasilien, um sich bei den betroffenen Menschen persönlich zu entschuldigen?
Laura, 12.04.2008 19:47:18
Es ist längst überfällig, daß das Wort "Bio" vor Diesel oder Sprit schnellstens verschwindet, da die Folgen einfach nur verheerend für Natur und Umwelt sind. Die sog. "Bio"-Kraftstoffe, die z.B. aus Raps bei uns hergestellt werden, haben eine miserable Ökobilanz: Die Produktion vom Acker bis zur Raffinerie verschlingt zwischen 60 und 80% der am Ende erzeugten Energie. Was bitte soll hier noch "Bio" sein??? Das importierte Palmöl, das größtenteils auf der Vernichtung von Regenwäldern basiert, ist sowieso eine Katastrophe und Schande!

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